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Was ist Galvanik? 2017-06-26T08:42:23+00:00

Was ist Galvanik?

Unzählige Produkte des täglichen Lebens haben ihr Aussehen und ihre Funktion der Galvanotechnik zu verdanken. Galvanisieren nennt man das Aufbringen metallischer Schichten auf ein Material. Die Galvanotechnik hat ihren Namen vom dem Physiker L. Galvani, dem Entdecker der galvanischen Elektrizität. Die dekorative Galvanotechnik dient vorwiegend der Verschönerung von Gegenständen, z.B. der Verchromung von Motorteilen.

Die funktionale Galvanotechnik dient dem Korrosions- und Verschleißschutz und zur Verbesserung der elektrischen Leitfähigkeit. Als Grundmaterialien zur Galvanisierung eignen sich u.a.: Stahl, Edelstahl, Buntmetalle (Kupfer, Messing) oder Aluminium

Galvanische Anlagen sind in der Regel eine sehr lange Reihe von Wannen, in denen die verschiedene Prozessschritte nacheinander erfolgen. Zu der Qualitätssicherung gehören ständige Analysen der Badparameter, wie Säure und Metallgehalt und die Kontrolle des Aussehens und Farbe der Schichten.

Der Ausbildungsberuf der Galvanotechnik ist der/die Galvaniseur/in. Sie bedienen die galvanischen Anlagen, die meistens automatisch gesteuert werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Abwasseraufbereitung und der damit verbundene Umweltschutz. Anfallende Schlämme und Reststoffe werden durch staatlich überwachte Unternehmen entsorgt.

Wie funktioniert Galvanotechnik?

Für alle, die es genauer wissen wollen, wie Galvanotechnik funktioniert:

Beim Galvanisieren wird das Werkstück in eine wässrige Metallsalzlösung (Elektrolyt) getaucht und an den negativen Pol einer Gleichstromquelle angeschlossen. Es ist jetzt kathodisch geschaltet (Kathode). Das Metall, das abgeschieden werden soll kommt ebenfalls in den Elektrolyten und wird mit dem positiven Pol der Gleichstromquelle verbunden (Anode).

Der Elektrolyt enthält vor allem ein in Ionen aufgespaltetes Salz des Metalls, das auf dem Werkstück abgeschieden werden soll. Wird jetzt eine Gleichspannung angelegt, geht die Anode als Metallion in Lösung. Diese Metallionen werden von dem Wegstück (Kathode) angezogen und scheiden sich dort als Metall-Überzug ab. Nach diesem Prinzip lassen sich fast alle Metalle für unzählige Anwendungsgebiete aufbringen.

Die gewünschte Schichtdicke ist nach dem Faraday’schen Gesetz berechenbar. Sie ist direkt proportional zu Stärke und Zeitdauer des elektrischen Stromes der Elektrolyten. Das jeweilige Grundmaterial (Stahl, Aluminium, Kunststoff usw.) sorgt für Form und Festigkeit des Werkstücks, der galvanische Überzug liefert die gewünschten Oberflächen-Eigenschaften: Z.B. Verschleißschutz, Korrosionssicherheit, Härte, chemische Beständigkeit oder Glanz mit bestechender Optik.

Soviel zum Grundsätzlichen, Galvanotechnik ist aber noch mehr: Da gibt es neben anderen Spezialverfahren zum Beispiel die autokatalytische Chemisch-Nickel-Beschichtung. Hierbei erzeugt man durch Verwendung von Reduktionsmitteln einen Überzug, der an allen Bauteilflächen, -ecken und -kanten gleich dick ist.

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